Ich möchte fühlen was ich denke – 4.7.16

Diesen Satz „ich möchte fühlen, was ich denke“, habe ich schon vor einer Weile irgendwo gelesen und er hat mich sehr angesprochen. Ja, genau das möchte ich auch.

Wie oft komnen meine intellektuell untermauerten, logisch abgeleiteten, an humanistischen Prinzipien orientierten Gedanken mit meinen Gefühlen in Konflikt. Gefühle, zumindest meine, sind nicht annähernd immer politisch korrekt, logisch einwandfrei und nach humanistischen Prinzipien orientiert.

Manchmal ist es natürlich auch umgekehrt. Dann sind die Gedanken konfus, chaotisch, die Gefühle dagegen glasklar und eindeutig.

Insgesamt aber, habe ich manchmal den Eindruck, dass mein Leben von zwei selten völlig übereinstimmenden Instanzen geleitet wird. Ob es wohl Menschen gibt bei denen das anders ist ?

8.4.2016

Es gab Zeiten in meinem Leben in denen es ausgesprochen emotional zuging. Das war streckenweise ungemein kribbelnd, euphorisch, lebendig, aber über längere Strecken war es auch ziemlich nervenvernichtend. Jeden Tag dramatische Geschehnisse, ständig die „große Liebe“ ist auf die Dauer ermüdend.

Wer solche Zustände nicht erlebt hat, wird das nicht verstehen. „Große Gefühle sind doch herrlich“ höre ich. Ja, ja, prinzipiell und theoretisch schon, wenn sie aber dazu führen, dass man in einem Zustand ständiger Überdrehtheit lebt und von einem Höhepunkt in den nächsten fällt, wird das zuviel und es bleibt auch immer alles an der Oberfläche, weil die Geschwindigkeit der Geschehnisse eine Vertiefung gar nicht zuläßt

Heute lebe ich ziemlich ausgeglichen, was mir manchmal schon fast unheimlich wird. Dieser unaufgeregte Zustand der Zufriedenheit, in dem ich in den letzten Jahren lebe, ohne große Aufreger, ohne Dramen ist mir neu.

Das Ziel ist nun die Intensität in die Tiefe gehen zu lassen, das wirklich Auskosten der Dinge auch ohne Feuerwerk und Glamour. Eine reifere Liebe zu Menschen und der Welt im allgemeinen.