24.4.16 – Auf Augenhöhe

„Alle Menschen haben die gleiche Sehnsucht glücklich zu sein, wahrgenommen und geliebt zu werden“ sagte der Lama „kulturelle Unterschiede sind nur eine dünne Schicht“

Prinzipiell gebe ich ihm da recht, nur was ist, wenn es nicht gelingt, diese dünne Schicht abzubauen, wenn es nicht gelingt gemeinsam bis zu jenem Punkt vorzustoßen an dem das Menschsein nackt und ehrlich zu spüren ist ?

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Ich war bei einem buddhistischen Vortrag. Es gab da inhaltlich nichts neues zu hören, aber es ist doch immer wieder inspirierend.

Was mich an buddhistischen Gruppierungen immer wieder von neuem irritiert, ist die Art des Umgangs mit den Lamas und sonstigen buddhistischen Lehrern. Viele westliche SchülerInnen betreiben eine  Verehrung ihrer Gurus, die  ich unangemessen, ja geradezu peinlich finde. Tiefe Verbeugungen, Verwendung unendlich langer Titel, Einschenken von Wasser oder Servieren von Getränken und Speisen in einer Haltung, die  ich nur als devot bezeichnen kann. Manche werfen sich sogar auf den Boden. Möglicherweise ist es kleinlich von mir, aber es stört mich nun einmal. Allerdings ist  mein Eindruck oft der, dass viele der Lehrer dies geschehen lassen ohne von sich aus Wert darauf zu legen.Sie verhindern es aber auch nicht.

So sehr mich viele Inhalte buddhistischer Philosophie ansprechen, so sehr stört mich diese Art der Kommunikation.

3 Gedanken zu “24.4.16 – Auf Augenhöhe

  1. Liebe Agathe,
    ich kann Ihre Gedanken dazu gut nachfühlen!
    Ich habe gerade ein Gedankenspiel gemacht, wie es wäre, wenn der Guru ein Frau wäre und die Zuhörer alles Männer. Würde die sich auch so verhalten? Gibt es weibliche Lamas? Wenn nein, warum nicht? Dann würde beim Buddhismus ja auch irgendetwas nicht stimmen.
    Aber viele Gedanken des Buddhismus sind sehr sympathisch!
    Gruß Heinrich

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    1. Es gibt schon weibliche Lamas, aber nicht sehr viele. Ich habe noch keine kennengelernt und weiß daher auch nicht, wie das Verhalten der westlichen Schüler ihr gegenüber wäre. Ihr Bild wäre aber ein interessantes Gedankenexperiment !!

      Ich bin nicht religiös und mich interessiert am Buddhismus auch nicht der religiöse Aspekt – falls es den überhaupt gibt – sondern die Lebensphilosophie und die Meditationspraxis. Und um echte buddhistische Lehrer(Innen) zu Gesicht zu bekommen, muss ich mich halt in die Gesellschaft religiöser Leute begeben, die gerne vor selbstgewählten Göttern auf den Knien liegen.

      Jedem das Seine, denke ich mir. Es gibt ja da schließlich noch ganz andere Praktiken *schauder*
      Ich hoffe, Sie hatten ein angenehmes Wochenende und schicke herzliche Grüße

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Agathe,
    Lebensphilosophie und Meditation des Buddhismus würden mir auch sehr gefallen. Ich habe sicher schon einiges kennengelernt, ohne genau zu registrieren, dass es aus der Richtung kommt. Meine Cousine vermittelt mir viele Gedanken diesbezüglich. Ich habe mir schon immer mal vorgenommen, das etwas konkreter zu vertiefen. Leider verzettele ich mich sehr oft mit meinen Vorhaben.
    Mein Wochenende besteht aus 7 Tagen. Somit ist es ähnlich lang wie der Wochenanfang oder die Woche selbst. Als glücklicher Rentner habe ich immer frei, bin immer frei, solange ich mir nicht selbst durch Zweifel eine „Zweifelhaft“ auferlege. (Das Wort habe ich gerade bei Mallybeau Mauswohn ergattert. 😉
    Gruß Heinrich

    Gefällt 1 Person

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